Der Kurzplatz von Winnerod
Ich teste gerade einen Satz Kimura F1 Eisen. Nach einem Fitting im Kiawah Golf Club schlug Eric Mölbert vor, dass ich es (nach 15 Jahren Graphit) doch mal wieder mit modernen, leichten Stahlschäften versuchen sollte.
Von Kimura, dem hauseigenen Label von Clubmategolf, habe ich bereits seit längerer Zeit Wedges in einem meiner Schlägersätze. Die neue schwarze Serie hat es mir besonders angetan, denn das Sandeisen ist so gefühlvoll wie preiswert.
Um von den Kimura F1 einen Eindruck zu bekommen, verbringe ich im Moment viel Zeit auf unserem 9-Loch Kurzplatz. Außerdem ist es dort sehr malerisch, wenn das Abendlicht über die undulierten Hügel fließt… Der Platz mit seinen Briefmarken-Grüns und Topfbunkern erinnert mich an die kleinen Plätze in den schottischen Highlands, die ich früher spielte und das Tollste ist, dass die Grüns vom Kurzplatz, dank unserem Greenkeeper J.C. in einem Zustand sind, von dem mancher große Platz nur träumen kann.
Gestern traf ich Mark Timberlake, Headgreenkeeper in Lich, der auch meinte, dass unser Kurzplatz derzeit wohl einer der besten in Deutschland wäre. Überraschenderweise ist der Platz (noch) meist leer und man kann in Ruhe trainieren. Auf www.cybergolfnews.de werden übrigens (oben) im Wechsel Bilder von unserem 9-Loch Course eingeblendet.
Der Platz ist öffentlich, also für Jedermann/frau, sogar ohne Platzreife, spielbar. Trotzdem hoffe ich, dass Ihr Hunnen ein Mindestmaß an Etikette mitbringt und die Bereitschaft, mich durchspielen zu lassen, sonst wäre dieser Geheimtipp mein letzter gewesen!
Apropos durchspielen: Ich meckere ja immer rum, dass die Leute nicht durchspielen lassen. Deshalb wollte ich gestern, als ich mit einer sehr netten Familie im Vierer-Flight (auf dem großen Platz) zusammenspielte und wir einen Ball suchen mussten, mit gutem Beispiel voran gehen. Ich sah, dass bereits zwei Spieler auf dem Abschlag der 4. Bahn (Par 5) standen. Für meine Mitspieler war Durchspielen lassen kein Problem, also winkten wir und traten zur Seite.
Die Abschläge waren OK. Es näherte sich ein älteres Ehepaar. Sie bedankten sich, wir wünschten gutes Spiel und dann ging es los: Der Herr beeilte sich und fing an zu hacken. Für die ca. 70 Meter von unserer Position bis zur Kuppe brauchte er vier Schläge, wobei der vierte in den Bunker rollte. Er zog den Ball mit dem Rechen raus und ich dachte, jetzt hebt er auf und gibt Gas. Aber nix da. Er legte sich den Ball hinter den Bunker und hackte weiter. Den Rest der Runde zuckelten zu viert (!) ständig hinter dem Pärchen her und liefen öfter auf.
Zum Glück übe ich derzeit systematisch, langsam zu spielen, ohne mich aufzuregen. Fällt mir nicht leicht, aber bald sind die Seniorenclubmeisterschaften. Vielleicht lasse mir auch noch meine Nervenenden veröden, damit ich für alle Situationen gewappnet bin.
Herzlichst
Eugen Pletsch


